Bestiarium

Anregung für diese Arbeiten war die Aussage einer Freundin: „Wenn du nicht physisch dorthin kannst wo es dich hinzieht, dann muss es eben in Gedanken passieren … setz dich doch einfach auf einen Teppich und flieg los.“

Die Tiere sind aus reiner Erinnerung und Vorstellung heraus gezeichnet. Die persönliche Imagination bestimmt ihre Gestalt. So bekommen sie neben ihrer sehr persönlichen Physis die Aura des romantisierten In-die-Ferne-Gerückseins. Sie sind Vehikel von in die Ferne schweifenden Gedanken, ähnlich den Vorstellungen fabelhafter Wesen der fremden Kontinente, wie sie auf den Weltkarten des 17. Jahrhunderts zu finden sind.
Das Material entwickelt hier eine eigene Stofflichkeit. Die Struktur der Tusche wird zur Tierhaut, zum schrundigen Panzer oder struppigen Fell, ohne diese im naturalistischen Sinne zu imitieren. Der flüchtige Duktus unterstützt diese Wirkung.
Die Frauen mit den gezähmten Bestien – griechische Mythologie, Zeus in Gestalt von Stier (Europa), Schwan (Leda) etc. gewinnt seine Liebsten, hier aber anders; die Frauen haben sich nicht durch Täuschung überlisten lassen, sondern lieben gerade das monströse an ihren Begleiter.
Wie selbstverständlich schmiegt sich die Frau an ihren Gefährten, lässt sich tragen, nicht transportieren. Sie ist eine zeitgenössische, keine mythologische Figur, keine Europa oder Pasiphae.

rhinozerus, alugrafie, 2010

coccodrillo, alugrafie, 2010

il lupo che vola

ich lieg hier nur so rum

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